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Trepanation des Schädels zur Dekompression

Auch bekannt als: Dekompressive Kraniektomie

Trepanation des Schädels zur Dekompression (vom lat. de- — Entfernung, compressio — Kompression und griech. kranion — Schädel, ektome — Ausschneiden) ist ein radikaler, lebensrettender neurochirurgischer Eingriff.

Dabei wird ein großer Bereich des Schädelknochens entfernt und die harte Hirnhaut zur Linderung des kritischen intrakraniellen Drucks eröffnet.

Ätiologie und Pathophysiologie

Die menschliche Schädelhöhle ist eine starre, nicht dehnbare Knochenstruktur mit konstantem Volumen. Bei schweren Verletzungen tritt ein massives Hirngewebeödem auf oder es bildet sich ein großes Hämatom. Nach den Gesetzmäßigkeiten der Physik führt eine Volumenvergrößerung in einem geschlossenen Raum zu einem katastrophalen Anstieg des intrakraniellen Drucks.

Wenn konservative Methoden (medikamentös induziertes Koma, ödemreduzierende Medikamente) nicht mehr wirken, beginnt das Gehirn, sich in natürliche Öffnungen des Schädels zu verlagern, wo sich der Hirnstamm befindet, der die Atmung und den Herzschlag steuert. Um diese lebensbedrohliche Kompression zu verhindern, schafft der Chirurg künstlich zusätzlichen Raum. Durch das Entfernen eines großen Knochenteils (meist frontal-temporal-parietal) ermöglicht der Arzt dem geschwollenen Gehirn, sich in den entstandenen Defekt zu verschieben, jenseits der Schädelkonturen, wodurch Stammstrukturen vor sekundären Schädigungen geschützt werden. Die anschließende Senkung des intrakraniellen Drucks führt zur Stabilisierung des Perfusionsdrucks und zur Vorbeugung sekundärer ischämischer Veränderungen des Hirngewebes.

Klinische Signifikanz

Dieser Eingriff ist eine letzte Maßnahme und wird nur bei vitalen Indikationen durchgeführt, wenn konservative Behandlungen des erhöhten intrakraniellen Drucks wirkungslos sind. Der Eingriff ermöglicht die schnelle Normalisierung der Hirndurchblutung und die Senkung des intrakraniellen Drucks.

Der eigene Knochendeckel des Patienten wird nach der Entfernung vorübergehend konserviert (entweder in einer speziellen Gefrierbank aufbewahrt oder unter die Aponeurose im Bauchbereich des Patienten eingenäht). Das Gehirn bleibt nach der Operation nur durch den Weichteillappen (Skalp) geschützt. Nach einigen Monaten, wenn das Ödem vollständig abgeklungen ist und sich der Patient erholt hat, wird der zweite Schritt der chirurgischen Behandlung — die Kranioplastik — durchgeführt (das Zurücklegen des Knochens oder die Installation eines Titanimplantats), um Ästhetik und Organ zu schützen.

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