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Vaginaler pH

Auch bekannt als: Vaginaler Säuregehalt

Der vaginale pH (lat. pondus Hydrogenii – Gewicht des Wasserstoffs) ist ein biochemischer Indikator, der die Konzentration der Wasserstoffionen in der vaginalen Transsudat widerspiegelt.

Der physiologische Normbereich für Frauen im reproduktiven Alter wird strikt im Bereich von 3,8–4,5 (saure Reaktion) gehalten.

Ätiologie und Pathophysiologie

Das saure Milieu der Vagina wird durch Milchsäure aufrechterhalten, die das Endprodukt des anaeroben Glykogenabbaus des Vaginalepithels ist. Dieser Stoffwechselprozess wird von Lactobazillen (Lactobacillus spp.) durchgeführt.

Ein niedriger pH-Wert ist ein wichtiger Faktor der unspezifischen humoralen Immunität („Säurebarriere“): Er unterdrückt die Adhäsion und Vermehrung der meisten säureempfindlichen pathogenen und fakultativ pathogenen Mikroorganismen (Gardnerella, Streptokokken, Gonokokken), ist jedoch optimal für die eigene Flora.

Klinische Signifikanz

Die Bestimmung des pH-Werts mit Indikatorstreifen ist ein grundlegender Screening-Test für die Differentialdiagnose von Vulvovaginalinfektionen:

  • pH ≤ 4,5 (Normalwert): Bei Beschwerden typisch für Candida-Vulvovaginitis (Pilze Candida sind säuretolerant) oder zytolytische Vaginosis.
  • pH > 4,5 (alkalische Umgebung): Weist auf eine Verringerung des Laktobazillen-Niveaus hin und ist charakteristisch für bakterielle Vaginose, Trichomoniasis und aerobe Vaginitis. In der Menopause deutet ein erhöhter pH-Wert auf atrophische Vaginitis hin (aufgrund des Mangels an Substrat – Glykogen).
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