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Patienten beschreiben dieses Phänomen häufig als „Ameisenlaufen“, Kribbeln, Brennen oder das Gefühl eines schwachen elektrischen Schlags.
Die pathophysiologische Grundlage dieses Symptoms ist die lokale Reizung (Irritation) der sensiblen Fasern eines peripheren Nervs, einer Nervenwurzel oder der sensorischen Leitungsbahnen im Rückenmark. Mechanische Einwirkung führt zu Änderungen der Permeabilität der Ionenkanäle in der Axonmembran und zur Erzeugung von ektopen (falschen, chaotischen) Nervenimpulsen.
In der Traumatologie ist die häufigste Ursache für Parästhesien die akute mechanische Kompression des Nervs durch verschobene Knochenfragmente, zunehmendes Hämatom oder Gewebeschwellung. Das Symptom kann auch durch vorübergehende Ischämie des Nervenstrangs ausgelöst werden, zum Beispiel durch unsachgemäße und anhaltende Anwendung eines Tourniquets an einer Extremität.
Parästhesie ist ein außerordentlich wichtiger früher klinischer Marker für eine kompressionsischämische Schädigung des Nervensystems. Ihre strikte Lokalisation am Körper ermöglicht es dem Arzt, mit hoher Genauigkeit (topisch) die Ebene des betroffenen Nervs oder der Nervenwurzel zu diagnostizieren, noch bevor instrumentelle Untersuchungen durchgeführt werden.
Es ist wichtig, Parästhesie klar von Hyperästhesie (schmerzhaft erhöhte Sensibilität bei normaler Berührung) und Anästhesie (vollständiger Verlust der Empfindung) zu unterscheiden. Länger anhaltende Parästhesie nach einer Verletzung ist ein besorgniserregendes Signal, das eine sofortige chirurgische Entlastung des Nervs erfordert, um irreversible Nervenschäden zu vermeiden.
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