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Es stellt eine Periode vorübergehender, vollständiger oder teilweiser Bewusstseinsklarheit nach dessen anfänglichem Verlust durch den Aufprall dar, gefolgt von einer katastrophalen Verschlechterung des Patientenzustandes.
Dieses Phänomen ist besonders typisch für ein akutes epidurales Hämatom (Ruptur der Arteria meningea media). Die Pathogenese besteht aus zwei parallelen Prozessen. Bei einem starken Schlag auf den Kopf erleidet die Person eine primäre Schädigung im Bereich der Formatio reticularis, wodurch sie sofort das Bewusstsein verliert.
Nach kurzer Zeit kommt der Patient zu sich, orientiert sich im Raum und fühlt sich relativ gut. Das ist der Beginn des luziden Intervalls. Doch während dieser Zeit läuft weiterhin Blut aus beschädigten Gefäßen aus und bildet ein Hämatom. Das Gehirn kompensiert diese Kompression eine Zeit lang, indem es das Volumen der Liquor cerebrospinalis und des venösen Blutes im Schädel verringert.
Die Dauer des luziden Intervalls kann von einigen Dutzend Minuten bis zu einem Tag betragen. Seine Hauptgefahr besteht darin, dass der Patient und die Anwesenden die Schwere der Verletzung unterschätzen. Der Betroffene lehnt häufig die Hospitalisierung ab, da er meint, er habe sich „nur gestoßen“.
Sobald die Reserveräume des Schädels erschöpft sind, bricht die Kompensation plötzlich zusammen. Der intrakranielle Druck steigt exponentiell an. Beim Patienten treten vor dem Hintergrund eines klaren Bewusstseins plötzlich starke Kopfschmerzen, wiederholtes Erbrechen und Aggressivität auf, gefolgt von einem tiefen Koma. Die Pupille auf der Schlagseite weitet sich, und es tritt eine Lähmung auf der gegenüberliegenden Körperhälfte auf. Das Erkennen eines luziden Intervalls in der Anamnese (laut Zeugen) ist ein absoluter Hinweis für den Notarzt auf erhöhten intrakraniellen Druck vor dem Hintergrund einer intrakraniellen Blutung.
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