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Kopfhaut

Auch bekannt als: Weichgewebe des Schädeldachs

Kopfhaut (aus dem Englischen scalp, abgeleitet aus dem Lateinischen scalpere — schneiden, schaben) ist ein schichtweises Komplex aus Weichteilen, das den Schädel vollständig abdeckt, von den Augenbrauenwülsten an der Vorderseite bis zur oberen Nuchallinie am Hinterkopf.

Diese mehrschichtige Struktur hat eine Schutz-, Dämpfungs- und Temperaturregulierungsfunktion und schützt das Gehirn wirksam vor äußeren Einflüssen.

Ätiologie und Pathophysiologie

Das anatomische Design dieses Bereichs wird in der internationalen Medizin durch eine mnemotechnische Regel mit den Buchstaben des englischen Wortes SCALP beschrieben, wobei jeder Buchstabe für eine besondere Funktion der Schicht steht:

  1. S (Skin — Haut): Die äußerste Schicht. Unterscheidet sich durch seine hohe Dichte und die Fülle an Haarfollikeln, Talg- und Schweißdrüsen.
  2. C (Connective tissue — Bindegewebe): Eine dichte Schicht aus subkutanem Fettgewebe. Durchzogen von festen faserigen Septen, die das Fett in kleine Lappen unterteilen. Hier verläuft ein dichtes Netzwerk von Blutgefäßen.
  3. A (Aponeurosis — Aponeurose): Sehnenhelm, eine robuste, faserige Platte, die Frontal- und Okzipitalmuskeln verbindet.
  4. L (Loose areolar connective tissue — Löses Bindegewebe): Die sogenannte „Gefahrenzone“. Dieser Raum hat keine dichten Trennwände, was es den ersten drei Schichten ermöglicht, frei über den Knochen zu gleiten.
  5. P (Pericranium — Das Periost): Die äußere Hülle der Schädelknochen, die nur in den Bereichen der Schädelsuturen fest anhaftet.

Die ersten drei Schichten (Haut, Zellgewebe und Aponeurose) sind fest miteinander verbunden und lösen sich bei Verletzungen (z. B. bei Schälkranlinien) als Block gerade entlang der Schicht aus lockerem Bindegewebe.

Klinische Signifikanz

Das Hauptmerkmal der Verletzungen der Kopfhaut ist das profuse arterielle Bluten. Die Blutgefäße sind fest in die faserigen Zwischenräume der zweiten Schicht eingewebt. Bei einem Schnitt kollabieren ihre Wände nicht, weshalb sie gähnen und selbst bei kurzen Wunden zu schwerem Blutverlust führen können.

Auf der anderen Seite sorgt die phänomenal reiche Durchblutung für ein äußerst hohes Regenerationspotenzial des Schädeldachgewebes.

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