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Die Schmerzausstrahlung (lat. dolor irradians) beschreibt die Ausdehnung eines Schmerzreizes vom Ursprungsort der Entzündung auf benachbarte Regionen, die über die gleichen Nervenbahnen versorgt werden. In der Zahnheilkunde wird dieses Phänomen am häufigsten bei irreversibler Pulpitis beobachtet.
Der Entwicklungsmechanismus hängt mit der Konvergenz von Nervenbahnen zusammen. Schmerzimpulse von unterschiedlichen Zähnen und Gesichtsbereichen laufen in den zentralen Trigeminuskernen im Gehirn zusammen. Bei intensiver Stimulation verliert das Gehirn die Fähigkeit, die Quelle genau zu lokalisieren, und für den Patienten fühlt es sich so an, als ginge der Schmerz von einem gesunden Nachbarzahn, dem Ohr, der Schläfe oder einer ganzen Gesichtshälfte aus.
Schmerzausstrahlung ist ein klassisches Zeichen irreversibler Pulpitis und ein wichtiges Kriterium zur Unterscheidung von apikaler Parodontitis. Wenn sich die Infektion über die Zahnwurzel hinaus in den parodontalen Apparat ausbreitet, lässt die Schmerzausstrahlung normalerweise nach. Der Schmerz lässt sich nun genau punktieren, wodurch der verantwortliche Zahn leichter bestimmt werden kann.
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