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Autotransplantation

Auch bekannt als: Autologe Transplantation, Eigentransplantat

Autotransplantation (von altgriechisch αὐτός „selbst“ und lat. transplantare „verpflanzen“) ist eine Art der Transplantation, bei der der Spender mit dem Empfänger identisch ist. Bei diesem Verfahren wird Gewebe oder ein Organ von einem Körperteil zu einem anderen derselben Person verpflanzt.

Das autologe Transplantat wird auch Autoplastik oder Autograft genannt. Der entscheidende und grundlegende Vorteil der Autotransplantation ist das vollständige Fehlen einer immunologischen Abstoßungsreaktion, da das Immunsystem das transplantierte Gewebe als „eigenes” erkennt.

Grundsätze und Vorteile

Das Verfahren nutzt körpereigene regenerative und rekonstruktive Ressourcen zur Wiederherstellung von Defekten oder Funktionen.

Die wichtigsten Vorteile sind:

  • Immunologische Kompatibilität: Kein Risiko einer Transplantatabstoßung, wodurch das Hauptproblem bei Transplantationen von einem anderen Spender eliminiert wird.
  • Keine Immunsuppression notwendig: Der Empfänger muss nicht lebenslang Arzneistoffe einnehmen, welche die normale Funktionen des Immunsystems unterdrücken, wodurch deren schwerwiegende Nebenwirkungen (Infektionsrisiko, Nierenschäden, Tumorbildung) ausgeschlossen werden.
  • Komplette Einheilung: Autotransplantate heilen in der Regel gut ein und integrieren sich in das umgebende Gewebe.
  • Kein Risiko der Infektionsübertragung vom Spender (HIV, Hepatitis u. a.)

Der wesentliche Nachteil dieses Verfahrens ist, dass eine Wunde an der Entnahmestelle entsteht und dass die Menge und der Umfang des für die Transplantation verfügbaren Materials begrenzt sind.

Beispiele für Autotransplantation

Die Autotransplantation ist in vielen Bereichen der rekonstruktiven Chirurgie der „Goldstandard“.

  • Plastische Chirurgie und Verbrennungsmedizin:
    • Hauttransplantation: Entnahme von Spalthaut aus einem gesunden Bereich (z. B. vom Oberschenkel) zur Defektdeckung von ausgedehnten Verbrennungs- oder Wundflächen.
  • Orthopädie und Unfallchirurgie:
    • Osteoplastik: Entnahme eines körpereigenen Knochenstücks (meist aus der Crista iliaca) zum Ersatz von Knochendefekten oder zur schnelleren Heilung komplizierter Frakturen.
    • Bandrekonstruktion: Wiederherstellung des vorderen Kreuzbandes des Kniegelenks mit körpereigenem Transplantat (Sehnen).
  • Herz- und Gefäßchirurgie:
    • Koronararterienbypass: gefäßchirurgische Überbrückung von Koronarstenosen durch die Herstellung eines Bypasses aus der körpereigenenVena saphena magnabzw. Arteria thoracica interna.
  • Hämatologie und Onkologie:
    • Autologe hämatopoetische Stammzelltransplantation: Entnahme, Kryokonservierung und anschließende Retransfusion von körpereigenen Stammzellen, mit einer Hochdosis-Chemotherapie im Vorfeld.
  • HNO-Heilkunde:
    • Tympanoplastik: der Verschluss eines Trommelfelldefekts mit einem Stück Temporalisfaszie oder Perichondrium der Ohrmuschel.
    • Septorhinoplastik: Autotransplantate werden zur Remodellierung und Unterstützung des Nasegerüsts verwendet, beispielsweise zur Korrektur des Nasenrückens, der Nasenspitze oder zur Verhinderung ihres Absinkens. Am häufigsten wird ein Teil des Septumknorpels entnommen, da er besonders plastisch ist und in unmittelbarer Nähe zum Operationsfeld liegt.

Vergleich mit anderen Arten der Transplantation

Die Autotransplantation ist von der allogenen Transplantation zu unterscheiden, bei der die Übertragung zwischen genetisch verschiedenen Individuen derselben Spezies erfolgt (z. B. Nieren-, Leber- oder Herztransplantation). Allogene Transplantation ist immer mit dem Risiko einer Transplantatabstoßung verbunden und erfordert eine dauerhafte Immunsuppression. Bei der Xenotransplantation handelt es sich um eine Übertragung von Organen und Geweben zwischen verschiedenen Spezies (z. B. vom Tier zum Menschen). Unter syngener (isogener) Transplantation versteht man eine Transplantation zwischen genetisch identischen Organismen (eineiigen Zwillingen), die, ähnlich der Autotransplantation, keine Abstoßungsreaktion nach sich zieht.

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