Die Laryngo-Stroboskopie ist ein spezielles endoskopisches Untersuchungsverfahren des Kehlkopfs, mit dem die Schwingungsfunktion der Stimmlippen während der Stimmbildung beurteilt wird. Mit Hilfe von intermittierendem (stroboskopischem) Licht wird eine optische Illusion der verlangsamten Bewegung der Stimmlippen erzeugt, wodurch deren Schwingungen analysiert werden können.
Dieses Verfahren gilt als „Goldstandard“ in der Diagnose von Stimmstörungen (Dysphonie). Es liefert einzigartige Informationen über die Biomechanik der Stimmlippen, die bei einer herkömmlichen Untersuchung des Kehlkopfs (Laryngoskopie) mit einer stationären Lichtquelle nicht verfügbar sind.
Die Stimmlippen des Menschen schwingen mit einer sehr hohen Frequenz (100–300/Sekunde bei Erwachsenen), sodass ihre Schwingungen bei Betrachtung mit normalem Licht wie ein verschwommener Fleck erscheinen. Der Stroboskopeffekt ermöglicht es, diese Einschränkung zu überwinden.
Das Funktionsprinzip ist wie folgt:
Jeder Lichtblitz beleuchtet die Stimmlippen in einer etwas verschobenen Phase ihres Schwingungszyklus. Das menschliche Auge und die Videokamera integrieren diese aufeinanderfolgenden „Standbilder“ zu einem einheitlichen Bild, das als eine gleichmäßige, verlangsamte Schwingbewegung wahrgenommen wird.
Die Untersuchung wird mit einem starren oder flexiblen Endoskop durchgeführt, das an eine Videokamera und eine Lichtblitzquelle angeschlossen ist. Der Proband wird aufgefordert, Vokale (meistens „i-i-i“) in unterschiedlicher Tonhöhe und Lautstärke zu halten.
Folgende wichtige Parameter werden bei der Stroboskopie beurteilt:
Die Laryngo-Stroboskopie ist ein unverzichtbares Instrument in der Phoniatrie und HNO-Heilkunde für die Differentialdiagnose der Ätiologie von Heiserkeit. Mit diesem Verfahren lassen sich funktionelle Stimmstörungen von organischen unterscheiden. Es hilft bei der Differenzierung von Neubildungen der Stimmlippen. So beeinträchtigen beispielsweise Knötchen und Polypen in der Regel nicht die Schleimhautwelle, während sie bei Zysten, Narben oder Krebs in der betroffenen Region fehlt. Die Stroboskopie ist von entscheidender Bedeutung für die Diagnose von Kehlkopflähmungen und -paresen und wird auch zur Beurteilung der Stimmlippen vor und nach chirurgischen Eingriffen (Phonochirurgie) verwendet.
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