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Otoskopie

Auch bekannt als: Ohrspiegelung

Die Otoskopie (von altgriechisch οὖς „Ohr“ und σκοπέω „betrachten, untersuchen“) ist die häufigste Methode der körperlichen Untersuchung in der Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde und bezeichnet die Betrachtung des äußeren Gehörgangs und des Trommelfells. Es handelt sich um ein nicht-invasives, schnelles und aussagekräftiges Verfahren, ein „Goldstandard” für die Diagnose der meisten Erkrankungen des Außen- und Mittelohrs.

Beim Verfahren kommt ein spezielles Gerät zum Einsatz – ein Otoskop – oder ein Ohrtrichter und eine Stirnlampe (Stirnreflektor). Die Otoskopie ist eine Routineuntersuchung nicht nur für HNO-Ärzte, sondern auch für Kinderärzte, Internisten und Allgemeinmediziner.

Werkzeuge und Technik

Für die Otoskopie wird ein Otoskop verwendet, ein batterie- oder akkubetriebenes Handinstrument mit Lampe, integrierter Lupe und einem austauschbaren Ohrtrichter. Die Wahl des Trichters erfolgt je nach den anatomischen Verhältnissen beim Patienten.

Die Untersuchungstechnik beinhaltet folgende Schritte:

  1. Krümmung des äußeren Gehörgangs ausgleichen: Für eine bessere Sichtbarkeit wird die Ohrmuschel leicht zurückgezogen. Bei Erwachsenen wird sie nach oben und hinten gezogen, bei Kindern nach unten und hinten.
  2. Einführen des Trichters: Der Trichter wird vorsichtig in den knorpeligen Teil des Gehörgangs eingeführt.
  3. Untersuchung: Die Haut und der Gehörgang werden nacheinander untersucht, anschließend das Trommelfell und seine Erkennungszeichen.

Eine genauere Untersuchung (Ohrmikroskopie) wird vom HNO-Arzt mit einem Operationsmikroskop durchgeführt, das eine Betrachtung der Ohrstrukturen unter starker Vergrößerung ermöglicht.

Diagnostische Bedeutung

Mit der Otoskopie lassen sich mehrere wichtige Parameter beurteilen, anhand derer eine Diagnose gestellt wird.

Strukturen und Merkmale:

  • Äußerer Gehörgang:
    • Lumen: frei, verengt, obturiert (verlegt).
    • Inhalt: Cerumen, Eiter, Blut, Fremdkörper, mykotische Massen.
    • Hautzustand: Farbe (normal, hyperämisch), Schwellung, ggf. Ekzem oder Neubildungen.
  • Trommelfell:
    • Farbe: Normalbefund — perlmuttgrau. Eine Rötung (Hyperämie) weist auf eine Entzündung hin, eine bläuliche Verfärbung auf Flüssigkeit im Mittelohr.
    • Lage: Normal, eingezogen (bei einer gestörten Tubenventilation) oder vorgewölbt (Eiteransammlung bei akuter Otitis media).
    • Erkennungszeichen: Es weist einen Lichtreflex auf und stellt sich differenziert dar, d. h. Stria mallearis ist sichtbar. Verstrichene bzw. fehlende Erkennungszeichen zeugen von einem pathologischen Zustand.
    • Intaktheit: ggf. Defekt im Trommelfell.

Klinische Anwendung

Die Otoskopie ist das Standardverfahren für häufige Erkrankungen wie akute und chronische Otitis media, Otitis externa, exsudative Otitis, Zeruminalpfropf, Fremdkörper und traumatische Verletzungen des Trommelfells. Die Befunde sind wegweisend für das weitere Vorgehen: Notwendigkeit von Antibiotika, Ohrentropfen bzw. medizinischen Maßnahmen (Ohrreinigung, Parazentese) oder ob zusätzliche Untersuchungen wie Audiometrie oder Computertomographie gemacht werden müssen.

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