Glossar durchsuchen

Blättern nach Buchstaben

Alle Begriffe

Hangman-Fraktur

Auch bekannt als: Traumatische Spondylolisthese des Axis

Hangman-Fraktur (vom Englischen hangman – Henker; der Name ist durch die biomechanische Ähnlichkeit mit der Verletzung bei einer Hinrichtung durch Hängen begründet) – ist ein spezifischer beidseitiger Bruch der Bogenfortsätze des zweiten Halswirbels.

Die Verletzung führt zu einer vollständigen anatomischen Trennung des hinteren Bogens vom Wirbelkörper und verursacht eine erhebliche Instabilität.

Ätiologie und Pathophysiologie

Historisch war der Mechanismus dieser Verletzung mit Hinrichtungen durch Erhängen verbunden. Ruckartige und starke Rückwärtsbeugung des Kopfes (Hyperextension) in Kombination mit der Dehnung des Halses unter dem Gewicht des fallenden Körpers führte zum Abreißen der Bögen des Axis und einem tödlichen Riss des Rückenmarks.

In der modernen zivilen Unfallchirurgie entstehen die überwiegende Mehrheit solcher Frakturen durch Verkehrsunfälle. Ein typisches Szenario ist ein heftiger Schlag mit dem Gesicht oder Kinn auf das Lenkrad oder die Windschutzscheibe, was eine explosive Hyperextension des Halses und eine axiale Kompression verursacht.

Die Frakturlinie verläuft streng durch die schwächste Zone des zweiten Wirbels – seine Pars interarticularis. Infolgedessen verliert der vordere Teil des Wirbels (der Körper mit dem Zahnfortsatz) den mechanischen Kontakt zu den hinteren Befestigungsstrukturen und gleitet nach vorne, was in der Biomechanik als Spondylolisthesis bezeichnet wird.

Klinische Signifikanz

Die Verletzung gehört zur Kategorie der instabilen Frakturen. Der Schweregrad wird anhand spezieller Klassifikationen beurteilt, die die Ausmaß der Wirbelverschiebung und das Vorhandensein einer Winkeldeformation berücksichtigen.

Wie beim Jefferson-Bruch können Patienten mit dieser Verletzung ohne groben neurologischen Defizit ins Krankenhaus eingeliefert werden. Das Abreißen und Belassen des hinteren Bogens an seinem Platz erweitert funktional den Wirbelkanal, was dem Rückenmark zusätzlichen Raum bietet.

Jedoch stellt die Instabilität des Segments eine ständige Bedrohung für eine verzögerte Tetraplegie bei minimaler Halsbewegung dar. Die Behandlung basiert auf Prinzipien der strikten Immobilisierung: vom Anlegen eines Halo-Apparats bis hin zur operativen anterioren Spondylodese mit Metallplatten.

0:00 / 0:00

Link erfolgreich in die Zwischenablage kopiert

Ich danke Ihnen!

Ihre Nachricht wird gesendet!
Unsere Experten werden sich in Kürze mit Ihnen in Verbindung setzen. Wenn Sie weitere Fragen haben, kontaktieren Sie uns bitte unter info@voka.io