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Clue Cells sind reife Zellen der oberflächlichen Schicht des mehrschichtigen Plattenepithels der Vagina, deren apikale Oberfläche dicht mit einer Schicht von angehefteten Bakterien bedeckt ist. Dies verleiht den Zellen ein charakteristisches „körniges“ oder „haariges“ Erscheinungsbild, verwischt ihre Grenzen und macht den Kern bei der Mikroskopie unsichtbar.
Die Bildung von Clue Cells spiegelt den Prozess der Bildung eines bakteriellen Biofilms in vivo wider. Unter Bedingungen der Dysbiose und erhöhtem pH-Wert exprimieren anaerobe Bakterien (hauptsächlich Kokkobazillen Gardnerella vaginalis und Atopobium vaginae) Adhäsionsfaktoren (Pili, Fimbrien). Dies erlaubt ihnen, fest an die Zytoplasmamembranen von Epithelzellen zu haften, verdrängt die normale Laktobazillenflora und bildet eine schützende Matrix.
Der Nachweis von Clue Cells in einem nativem Abstrich (Wet-Mount-Präparat) oder einem gramgefärbten Abstrich ist ein hochspezifischer Marker (Spezifität >90%). Das Vorhandensein von mehr als 20% Clue Cells im Gesichtsfeld gilt als zwingendes Kriterium (nach Amsel und Nugent) für die Diagnose von bakterieller Vaginose. In der physiologischen Norm sollten Vaginalepithelzellen „sauber“ erscheinen, ohne anhaftende kokkoide Flora.
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