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Akromion

Auch bekannt als: Akromialer Fortsatz

Akromion (vom griechischen akron — Extremität, Spitze und omos — Schulter) ist ein großer, abgeflachter knöcherner Vorsprung des Schulterblatts in dreieckiger Form, der als laterale Fortsetzung ihrer Stachel dient.

Es ragt über den Kopf des Oberarmknochens hinaus und bildet eine Art „Dach“ des Schultergelenks, es dient als Artikulationspunkt zwischen Schulterblatt und Schlüsselbein.

Ätiologie und Pathophysiologie

Schulterhöhe|Acromion spielt eine fundamentale Rolle in der Biomechanik des Schultergürtels. Kräftige Bündel des Deltamuskels und des Trapezmuskels sind an seiner rauen oberen Oberfläche und den Rändern befestigt. Am vorderen inneren Rand des Fortsatzes befindet sich eine kleine Gelenkfläche, die zusammen mit dem Schlüsselbein ein wenig bewegliches Akromioklavikulargelenk bildet.

Ein wesentliches anatomisches Merkmal ist die Form der unteren Fläche des Acromions, die zur Rotatorenmanschette des Arms zeigt. Gemäß Biglianis morphologischer Klassifikation gibt es drei Strukturtypen: flach, gebogen und hakenförmig.

Die hakenförmige Form des Fortsatzes sowie die Bildung von altersbedingten Osteophyten (Knochensporen) darauf verengen den subakromialen Raum erheblich. Dies führt zu einem mechanischen Konflikt: Beim Anheben des Arms wird die Sehne des Supraspinatus-Muskels zwischen dem Kopf des Oberarms und dem Rand des Acromions eingeklemmt.

Klinische Signifikanz

Die pathologische Anatomie des Acromions ist die Hauptursache für die Entstehung des Impingementsyndroms der Schulter. Chronische Schädigung der Rotatorenmanschette an diesem knöchernen Vorsprung führt zu hartnäckiger Bursitis und degenerativen Sehnenrissen, die eine chirurgische Resektion eines Teils des Fortsatzes erfordern.

Isolierte Frakturen des Acromions sind selten und treten meist bei direkter starker Einwirkung von oben auf die Schulter auf. Bei der Differenzialdiagnose ist es wichtig, das Vorhandensein einer angeborenen Anomalie – die Nichtverwachsung der Ossifikationszentren des Acromions, bei der sein äußerster Teil beweglich bleibt und auf einem Röntgenbild fälschlicherweise als frische Fraktur interpretiert werden kann – zu beachten.

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